Gesetzt den Fall, man interessiert sich für ein Programm (nennen wir es X), was auf einer Netzseite Y zum Download z.V. steht. Ein Internet-Benutzer kann nicht wissen, ob dieses Programm noch original (authentisch) oder schon durch unberechtigte Zugriffe Dritter verfälscht oder mit Netzviren (lat. Viri reticulares) infiziert ist. Auch kann die heruntergeladene Datei durch abgebrochene oder fehlerhafte Downloads beschädigt worden sein. Wer Wert auf Authentizität heruntergeladener Programme legt, sollte diese vor dem Einsatz überprüfen. Aber wie? Der folgende Artikel erklärt, wie man sich vor Netzviren und verfälschten Programmen beim Download schützt.
Erst lädt man das o.g. Programm X von der Netzseite Y herunter, ohne es schon auszuführen. Dann erzeugt mit einem sog. MD5-Programm eine Prüfsumme vom Programm X. Zuletzt vergleicht man diese Prüfsumme mit der Prüfsumme, die auf der Netzseite Y (hoffentlich) steht. Sind beide Prüfsummen ident, sollte das Programm unverändert sein und die Gefahr eines durch Viren infizierten oder nachträglich durch einen Trojaner ersetzten Programmes ist deutlich reduziert.
Beim Suchen im Internet finden sich einige entsprechende Prüfprogramme. Eines ist md5sum.exe (Windows) als Bestandteil der umfassenden Unix-Toolsammlung für Windows, z.B. die GNU-Utilities for Windows [1]. Hat man sich das kleine Programm besorgt, muß es in ein Verzeichnis eigener Wahl oder gleich direkt in den Systemordner (c:\winnt\system32 oder c:\windows\system32) kopiert werden. Linux-Benutzer können sich dies sparen: bei ihnen wird md5sum schon als Teil der Systeminstallation mitgeliefert.
Voraussetzung: md5sum.exe muß schon installiert sein.
Will man selbst Dateien zum Download anbieten, kann man sie mit dem gleichen Prüfprogramm mit einer Prüfsumme versehen. Dann tippt man nur statt des o.g. Befehls einfach md5sum dateiname > dateiname.md5 ein und stellt Datei und Prüfsumme auf einem Server zum Download z.V.
Außer gegen Husten, Schnupfen und Heiserkeit helfen Prüfprogramme auch leider nicht gegen Programme, die schon in maliziöser Absicht programmiert und auf den Server gestellt wurden (Trojaner), also schon direkt programmierten Schad-Code enthalten, denn hier stimmt die angegebene Prüfsumme natürlich mit der zu berechnenden überein. Eine MD5-Prüfung erkennt nur nachträgliche Veränderungen der Datei gegenüber dem Zeitpunkt der Erstellung der ersten Prüfsumme (zumeist also zum Zeitpunkt der Erstellung des Programmes). Auch sagt eine erfolgreiche Prüfung nichts darüber aus, ob das Programm selbst fehlerfrei arbeitet.
Gleichfalls hat man ein Problem, wenn das Prüfprogramm selbst fehlerhaft oder gar böswillig programmiert ist. Hier hilft nur der Vergleich mit einem weiteren Prüfprogramm, um das Schadenseintrittsrisiko zu minimieren.
Auch der systematische Einsatz von Signaturen kann das Schadensrisiko noch einmal drastisch reduzieren, aber diese Technologie ist (noch) nicht flächendeckend verbreitet. Aber auch hier gilt:
100% Sicherheit gibt es nicht.